Philopedia
http://philopedia.net/2017/05/07/existentialismus/
Export date: Mon May 21 23:59:25 2018 / +0000 GMT

Existentialismus


Unter Existentialismus oder Existenzphilosophie versteht man eine geistesgeschichtliche Strömung des 20. Jahrhunderts in Europa. Geprägt durch die Erfahrungen des Ersten sowie des Zweiten Weltkrieges kehren sich existentialistische Philosophen/-innen von der traditionellen Wesensphilosophie (die z.B. nach dem Sinn des Seins fragt) ab und stellen vorherrschendes Systemdenken in Frage. Im Mittelpunkt existentialistischer Theorien steht die Frage nach der menschlichen Existenz. Das eigene Dasein kann im Existentialismus nur mithilfe von subjektiver Reflexion verstanden werden. Die Gültigkeit objektiven, wissenschaftlichen Denkens wird von Vertreter/-innen zwar nicht geleugnet, aber in seiner Eignung, die Tiefen des menschlichen Daseins zu erfassen, angezweifelt.


Unter dem Begriff des Existentialismus versammeln sich teils stark gegensätzliche Positionen. Unter den prominenten Vertretern finden sich sowohl Atheisten (Sartre, Nietzsche), Christen (Kierkegaard), Marxisten (Sartre), Humanisten (Camus) wie auch Nationalsozialisten (Heidegger). Gemein sind diesen Theorien bestimmte Themen und Motive, wie etwa der Existenzbegriff, existentielle Grunderfahrungen wie Angst oder Ekel und die Auffassung von Philosophie als einer praktisch umsetzbaren Lebensform. Die existentialistische Grundannahme besteht darin, dass der Mensch frei ist und die Wahl hat, die Verantwortung für sich zu übernehmen oder zu verweigern. Da er die Summe seiner Entscheidungen ist und sich durch diese definiert, muss auch die Bedeutung des eigenen Lebens erst selbst geschaffen werden. Das Infragestellen der eigenen Existenz, Gefühle wie Angst und Hilflosigkeit, aber auch Authentizität sowie Verantwortung spielen hier eine große Rolle. Der Ausgangspunkt von existenzorientierten Theorien und Ansätzen ist daher der einzelne Mensch und seine Erlebniswelt.



1 Begriffsgeschichte


Der Begriff Existenzphilosophie findet zum ersten Mal 1929 bei Fritz Heinemann Erwähnung, der die zu seiner Zeit populäre Philosophie als „Geistes-, Lebens- und Existenzphilosophie“ betitelt (vgl. Thurnher / Hügli 2007, S. 9). Alle Strömungen, welche die Frage nach der menschlichen Existenz in Zeit und Raum sowie ihre Sinnhaftigkeit behandeln, fasst Heinemann unter diesem Begriff zusammen.


Karl T. Jaspers gebraucht 1932 erstmals den Begriff Existentialismus im ersten Band seines dreiteiligen Werkes „Philosophie“ als negatives Pendant zu seinem Konzept der sogenannten Existenzerhellung. Existenzerhellung meint bei Jaspers ein appellatives, aufforderndes Denken über die Existenz: „Existenzerhellung [ist] die denkende Vergewisserung“ des sich selbst in der Welt bewusst gewordenen Individuums (Jaspers 1932, S. 8). Dieses existenzphilosophische Denken „erkennt nicht Gegenstände, sondern erhellt und erwirkt in einem das Sein dessen, der so denkt“ (Jaspers 1999, S. 149) und betont theoretisch mögliche Lebenskonzeptionen.


Unter Existentialismus dagegen versteht Jaspers eine missverstandene Existenzerhellung, innerhalb derer eine bestimmte menschliche Seinsweise verabsolutiert und dadurch die individuelle Existenz eingeschränkt wird. Dementsprechend distanziert er sich stark von den französischen Existenzphilosophen/-innen, die diesen Begriff ins Positive kehren und teils für sich gebrauchen: „Nach dem Kriege war ich überrascht, die Verwirklichung dessen [des Existentialismus als einer verfehlten Existenzerhellung] in Frankreich zu sehen. Den Weg dieses späteren Existentialismus habe ich nicht beschritten oder vorweggenommen“ (Jaspers 1956, S. XXIII). Jean-Paul Sartre greift 1946 Jaspers' Existentialismusbegriff auf und bemüht sich in „Der Existentialismus ist ein Humanismus“ um eine Definition sowie um eine Aufteilung verschiedener Vertreter/-innen in christliche oder atheistische Existentialisten. Der Großteil der als Existentialisten oder Existenzphilosophen/-innen bezeichneten Denker/-innen nutzt diesen Begriff jedoch selbst nicht oder lehnt diese Zuschreibung aktiv ab.


Aufgrund der thematischen Nähe seiner Schriften und dem großen Einfluss auf existentialistische Philosophien wird Martin Heidegger oft als Existenzphilosoph bezeichnet, wehrte sich selbst jedoch vehement gegen diese Bezeichnung. Seine Daseinsanalyse untersucht den Aufbau der Existenz, die sich aus einzelnen Existenzialen zusammensetzt. Existenzialien fungieren ähnlich wie Kategorien und charakterisieren verschiedene menschliche Daseinsweisen, wie z.B. Angst, Möglichkeit oder Befindlichkeit. Heidegger bevorzugte den Begriff Fundamentalontologie (Ontologie = Lehre vom Sein) für sein Werk, weswegen er auch als Begründer der ontologischen Existenzphilosophie gilt, einer eigenen existenzphilosophischen Richtung.


Die Begriffe Existentialismus und Existenzphilosophie erfahren heute oftmals eine synonyme Verwendung. Existenzphilosophie dient entweder als Oberbegriff oder als deutscher Ausdruck des französischen Existentialismus. Der Begriff Existentialismus bezeichnet hauptsächlich die französische, aber auch die englischsprachige, italienische oder spanische Denkrichtung. Existentialismus als Bezeichnung für eine philosophische Strömung bleibt ein schwammiger Begriff, der sich nicht klar umreißen lässt. Aufgrund der Vielfältigkeit der unterschiedlichen Theorien, die unter dem Begriff Existentialismus zusammengefasst sind, schlägt Urs Thurnher stattdessen den Oberbegriff des existenzorientierten Denkens vor, der im Folgenden verwendet wird (Thurnher 2002, S. 163). Bedingt durch die stark historische Verortung von Existentialismus und Existenzphilosophie werden neuere existenzorientierte Ansätze stattdessen als Positionen mit existenzphilosophischen Elementen bezeichnet.



2 Ursprung und Entwicklung


Die Ursprünge existenzorientierten Denkens reichen bis in die Antike zurück. Antike Bemühungen, die Welt und das Wesen aller Dinge mit menschlichem Begriffsvermögen allgemeingültig zu erfassen, bilden die Grundlage der Metaphysik. Existenzorientierte Theorien setzen sich mit der Metaphysik auseinander und grenzen sich von dieser ab, indem sie ihre Grundannahme umkehren. So betonen existenzorientierte Philosophen/-innen das Individuelle und die Existenz selbst (siehe 3.2: Existenz vor Essenz 1) anstelle von Allgemeingültigkeit und dem Wesen der Dinge (die sogenannte Essenz). Darüber hinaus weisen unter anderem die Stoa sowie der Epikureismus, aber auch die Religion des traditionellen Buddhismus Parallelen zu existentialistischen Theorien auf (mehr dazu unter 3.1: Philosophie als Lebensform 2).


Ideengeschichtlich knüpfen moderne existenzorientierte Denker/-innen an die Lebensphilosophie des 19. Jahrhunderts an. Während die Lebensphilosophie das menschliche Leben aus sich selbst heraus begreifen will, fokussiert sich die existenzorientierte Philosophie auf die Existenz des Einzelnen und die damit verbundene Problematik der Geworfenheit des Menschen in eine sinnentleerte Welt. Der Philosoph Otto Friedrich Bollnow sah darin eine Radikalisierung der Lebensphilosophie durch den Existentialismus (vgl. Bollnow 1948, S. 587). Existenzorientierte Denker/-innen übernehmen die Betonung des Irrationalismus und des Lebens allgemein sowie die lebensphilosophische Abgrenzung gegen rein rationale Theorien (siehe 3.5: Authentizität 3). Systemdenken wie Georg Wilhelm Friedrich Hegels spielt insofern eine große Rolle für die existenzorientierte Philosophie, da diese sich auch in Ablehnung dieser Theorien entwickelte.


Sören A. Kierkegaard und Friedrich W. Nietzsche gelten als existentialistische Urväter, auf welche die Strömungen des religiösen sowie atheistischen Existentialismus zurückgeführt werden. Nietzsche zufolge wirft die Abkehr vom religiösen Glauben das Individuum in eine bedeutungslose und sinnleere Existenz. Das Konzept des Übermenschen beinhaltet die Erschaffung eigener Werte und Bedingungen, wodurch das Individuum sowohl seiner eigenen als auch der Existenz der Welt einen neuen Sinn verleihen kann. In Kierkegaards Ausführungen muss das Individuum ebenfalls sein Dasein, seine bewusste Existenz im Gegensatz zum bloßen Vorhandensein, frei wählen. Seine religiöse Philosophie entwickelt Kierkegaard in Abgrenzung von den Christen seiner Zeit, die ihren Glauben als objektive Wahrheit verstehen. Durch verschiedene Glaubenssprünge soll das Individuum mehrere Existenzstadien durchlaufen, um schließlich zu sich selbst und seiner wahren Existenz zu finden. Sein Existenzbegriff stellt einen weiteren grundlegenden Bezugspunkt dar, mit dem sich jede Existenzphilosophie auseinandersetzt und diesen entweder übernimmt oder sich in diesem Punkt von Kierkegaard abgrenzt, wie z.B. Albert Camus (siehe 3.2: Existenz vor Essenz 4).


Existenzorientiertes Denken steht außerdem in engem Zusammenhang mit gesellschaftlichen Entwicklungen. Der Erste Weltkrieg und die Wirtschaftskrise führen im Europa des beginnenden 20. Jahrhunderts zu ersten existenzphilosophischen Entwürfen, welche die Erfahrungen des Sicherheitsverlustes und der tiefgreifenden Unsicherheit thematisieren. Die zweite Welle existenzorientierter Schriften entsteht im Zuge des Zweiten Weltkrieges und dessen tiefgreifenden gesellschaftlichen Folgen und bringt dieser philosophischen Strömung den Titel „Katastrophenphilosophie“ ein (vgl. Wuchterl, „Existenzphilosophie“). Besonders in Frankreich erfreut sich die existenzorientierte Philosophie bis in die 1960er Jahre großer Popularität. Zum Existentialismus heute siehe Kapitel 6 5.



3 Existentialistische Themen und Motive


3.1 Philosophie als Lebensform


Existenzorientierte Philosophie versteht sich weniger als ein Werkzeug für Erkenntnis und Untersuchung, sondern als voll in das eigene Leben integrierte Lebensform (vgl. Flynn, S. 13ff.). Die Wurzel dieses Verständnisses liegt in der antiken Philosophie, die auch als Lebenskunst fungierte und theoretische Überlegungen zur philosophischen Lebensführung sowie praktische Ratschläge, z.B. zur Haushaltsführung, beinhaltete. Ein zentraler Begriff der philosophischen Lebenskunst und für die existenzorientierten Philosophen/-innen von Bedeutung ist die „Sorge um das Selbst“ (Epimeleia Heautou). Die Selbstsorge zielt auf das richtige Handeln ab, das stets in Einklang mit dem eigenen Selbst gewählt werden muss. Dies schließt ein Verständnis von Wahrheit ein, welches im Gegensatz zu wissenschaftlicher, theoretischer Wahrheit vielmehr persönlich und subjektiv ist und insofern vom klassischen Wahrheitsbegriff abweicht (vgl. Foucault 2016, S. 378 f.). In existenzorientierten Philosophien entscheidet das Individuum, was es als wahr und richtig empfindet und bildet so seine eigene subjektive Wahrheit, unabhängig von gesellschaftlich vorgegebenen Werten. In dieser Tradition stellen existenzorientierte Theorien das subjektive Individuum, dessen Selbstwerdung und das Leben und Handeln nach persönlichen Überzeugungen in den Mittelpunkt.


Eine besondere Rolle spielt zudem die Figur des Sokrates (469-399 v.u.Z.) sowie dessen philosophische Methode der Mäeutik (= Hebammenkunst). Mithilfe der Mäeutik soll durch gezieltes Fragenstellen innerhalb eines Dialoges eine Person dazu gebracht werden, das eigene Denken zu hinterfragen und selbstständig zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. In diesem Sinne nimmt der/die Fragensteller/-in die Rolle einer Hebamme ein, die der lernenden Person hilft, neues Wissen zu gebären. Mit Sokrates teilen existenzorientierte Denker/-innen die Auffassung, dass ein philosophisches Leben ohne das entsprechende philosophische Fachwissen möglich ist. Sartre zufolge sind professionelle Philosophen/-innen mit diesem Wissen dennoch notwendiger Bestandteil einer Gesellschaft.


Mit Sokrates setzte sich besonders Kierkegaard ausführlich auseinander und leitete von dessen Mäeutik seine eigene Methode, die sogenannte indirekte Mitteilung, ab. Um die Leser seiner Werke zur selbstständigen Selbstwerdung zu bewegen, verfasste er seine Schriften unter Pseudonymen und nutzte verschiedene Figuren als Prototypen bestimmter Lebensstile.



3.2 Existenz (vor Essenz) - Der Begriff der Existenz


Obwohl existenzorientierte Philosophen/-innen vom Existenzbegriff ausgehen, bestimmen sie diesen nicht näher. Karen Gloy identifiziert sechs Merkmale der Auffassung von Existenz, in denen die Vertreter/-innen übereinstimmen:




  1. Existenz ist Sein und zu sein Haben

  2. Existenz als Selbstverhältnis

  3. Existenz als ein bestimmtes Verhältnis zur Welt

  4. Situationsgebundenheit

  5. Endlichkeit der Existenz

  6. Die zwei Grundmöglichkeiten der Existenz: Annahme oder Verweigerung (vgl. Gloy 2006, S. 69 f.)


Diese gemeinsamen Merkmale von Existenzphilosophien beruhen auf dem kierkegaard'schen Verständnis von Existenz als spezifisch menschlicher und individueller Seinsweise. Existenz meint über das faktische Vorhandensein hinaus die möglichen Handlungen des Individuums, die es umsetzen kann, aber nicht muss (Punkt 1: Sein und zu sein Haben). Die Existenz bestimmt sich danach, „was sie wird oder was sie nicht wird“ (Gloy, S. 69) und insofern ist das Sein aufgegeben, anstatt nur gegeben. Existenz meint den Vollzug der Existenz: Der Mensch ist eine Möglichkeit und bildet seinen eigenen Charakter je nach ergreifen oder versäumen von Handlungsmöglichkeiten (vgl. Flynn, Kapitel 2.).


Darin besteht zugleich die durch die Existenz aufgetragene Aufgabe, das eigene Selbst aktiv durch entsprechendes Handeln zu erlangen (2. Punkt: Selbstverhältnis). Kierkegaards christlich-existentialistischer Theorie zufolge muss der Mensch sein Selbst und seine Existenz in einem fortwährenden Prozess eigenverantwortlich vor Gott erringen. Dieser Prozess stellt eine Synthese aus verschiedenen gegensätzlichen Momenten (wie z.B. Unendlichkeit – Endlichkeit, Notwendigkeit – Möglichkeit) dar, die Bestandteile des Menschen sind. Dabei wird sich das Individuum des eigenen Weltbezugs bewusst und nimmt ein bestimmtes Verhältnis zur Welt ein (3. Punkt: Existenz = bestimmtes Verhältnis zur Welt). Diese Bewusstwerdung kann sich in Momenten der Angst oder Langeweile zeigen.


Existenz ist durch ihre Endlichkeit eingeschränkt (Punkt 5). Das meint, sich über die Grenze des Todes am Lebensende stets bewusst zu sein: „daß die Existenz ihre jeweilige Grenze einschließt oder ist […] [w]as sich in der Formel ausdrücken lässt: ich existiere endlich bzw. als Sterblicher“ (Gloy, S. 70). Ein Ausdruck dieser Endlichkeit ist die Gebundenheit an bestimmte Situationen. Das Wählen oder Verweigern von Möglichkeiten ist stets abhängig von der jeweiligen Situation, deren Veränderung zugleich einen Austritt aus dieser darstellt (Punkt 4: Situationsgebundenheit). Ob das Individuum sich selbst als endliches Wesen annimmt und seine Selbstwerdung anstrebt oder dies verweigert, kann es frei entscheiden. Bei Kierkegaard stellen Selbstsein und Verzweiflung diese zwei Möglichkeiten dar, die je nach Philosoph/-in anders benannt sind (6. Punkt: Annahme oder Verweigerung).


Diese Auffassung von Existenz verdeutlicht den oppositionellen Standpunkt von existenzorientierter Philosophie zur rationalen Wesensphilosophie, von der sie sich wiederholt abgrenzt. Diese scholastische Metaphysik legt aller Existenz ein Wesen, eine Essenz, zugrunde. Die Essenz als unveränderliche Natur des Seienden steht in diesem Sinne der Existenz als dem vergehenden (Da-)Sein voran und bestimmt somit dessen Sinn. Anknüpfend an Kierkegaards subjektiven Existenzbegriff verstehen existenzorientierte Philosophien Existenz weniger als bloßes Dasein, sondern vielmehr als menschliche Seinsweise, die individuell erfahren wird. Daher kann der Mensch in existenzorientierten Theorien nicht unabhängig von seiner Existenzerfahrung erfasst werden, so wie es die rationale, metaphysische Wesensphilosophie versucht. Sartres berühmter Ausspruch: „die Existenz [geht der] Essenz voraus“ (Sartre 2005, S. 149) verdeutlicht dieses existentialistische Verständnis. Demnach existiert der Mensch zunächst (In-der-Welt-Sein) und definiert sich (seine Essenz, sein Wesen) danach durch seine Entscheidungen.



3.3 Existentielle Erlebnisse


Existenzorientierte Philosophen/-innen führen jeweils unterschiedliche Arten von existentiellen Erlebnissen an, durch die das Individuum zu tiefgreifenden Erkenntnissen über sich selbst, die Welt und die eigene Situationsgebundenheit gelangt. In diesen Erlebnissen wird sich das Individuum seiner Endlichkeit bewusst. Bei Kierkegaard stellt Angst die existentielle Grunderfahrung dar, eine unkonkrete, auf nichts gerichtete Angst angesichts der freien Entscheidungsmöglichkeiten eines Individuums (vgl. Kierkegaard 1983, S. 50). Für Heidegger besteht das existentielle Erlebnis in der Erkenntnis des Todes, da sich das Individuum im Zuge des sogenannten Vorlaufs zum Tode auf diesen ausrichtet und sein Dasein angesichts des Todes ergreift (vgl. Heidegger 1977, S. 350). Karl Jaspers zufolge wird das Individuum durch das Erleben von Grenzsituationen wie Leid, Schuld und auch Tod auf sich selbst zurückgeworfen, sodass es sich selbst und die Brüchigkeit des eigenen Seins erkennt (Jaspers 1932, S. 249 ff.). In Sartres Theorie manifestiert sich die Einsicht in die Existenz im Ekel (Sartre 1996, S. 197 f.), während bei Camus das existentielle Grunderlebnis die Einsicht in das Absurde darstellt (vgl. Camus 2000, S. 30 & 79).


Die den existenzorientierten Philosophien gemeinsame Auffassung ist, dass sich das Individuum seiner eigenen Freiheit und seiner Möglichkeiten bewusst werden muss. Die subjektiven Emotionen Angst, Ekel etc. bestimmen das individuelle Leben und transportieren die Erkenntnis von Geworfenheit in eine fremde Welt, Freiheit, Verantwortung und Selbstbestimmung.



3.4 Der Mensch ist Freiheit


Existenzphilosophien begreifen den Menschen als frei, eine Freiheit, die jedoch nicht von sich aus besteht, sondern zu ergreifen ist. In diesem Sinne meint Freiheit vor allem Willens- und Wahlfreiheit, verbunden mit dem Prinzip der Verantwortung. Das Wählen betrifft dabei nicht verschiedene Handlungsoptionen, sondern das eigene Selbst. Durch die fortlaufende Selbstwahl kann das eigene Selbst erlangt und gelebt werden und nur man selbst trägt dafür, für sich selbst und seine Handlungen, die Verantwortung. Entscheidungen werden in existenzorientierten Theorien daher unabhängig von Bestimmungen durch Gott und vorherige Werte getroffen. Freiheit hängt auch mit dem existentiellen Erlebnis (z.B. Angst) zusammen, durch welches das Individuum erst sich selbst, seine Situation und seine Freiheit erkennt. Im Moment dieser Einsicht sind Freiheit und Verantwortung absolut und das Individuum muss fortwährend beides ergreifen bzw. übernehmen.


Freiheit als ein Moment der Synthese verschiedener Momente des menschlichen Selbst (vgl. 3.2: Existenz (vor Essenz) – Der Begriff der Existenz 6) hängt bei Kierkegaard eng mit der Selbstwahl zusammen. Heidegger definiert Freiheit als vor jeglicher Wahl bestehende illusionsfreie Offenheit für alle Möglichkeiten des Daseins und die Bereitschaft, das eigene, endliche Sein zu akzeptieren. Jaspers fasst Freiheit als eine die Existenz bestimmende Transzendenz auf, die den Menschen in Entscheidungssituationen versetzt, durch welche er sich selbst wählen kann. Sartre zufolge ist der Mensch zur Freiheit verurteilt, d.h. der Mensch ist nicht nur das, wozu er sich macht, sondern ist zu dieser Selbstverwirklichung gezwungen.



3.5 Authentizität


Authentizität stellt in existenzorientierten Philosophien das wesentliche Merkmal des existenzialistischen Individuums und seines Lebens dar. Trotz unterschiedlicher Auslegungen bezieht sich dieser Begriff generell auf die Annahme des eigenen Selbst und seiner theoretischen Möglichkeiten. Ein authentisch lebendes Individuum erkennt die wahre Natur der Existenz an und setzt diese im eigenen Leben um. Authentizität geht einher mit der Annahme der Spannung des eigenen Seins, was z.B. bei Heidegger den Vorlauf zum Tode und bei Sartre die eigene Freiheit und Verantwortung darstellt.


Mit dem Begriff der Authentizität verknüpfen einige existenzorientierte Philosophen/-innen den Individualismus. Das zu erreichende Ziel des autonomen Selbstseins wird erschwert durch das unauthentische / unaufrichtige Leben in der Menge (Kierkegaard) oder Herde (Nietzsche). Die gesellschaftliche Entwicklung hin zu diesem Dasein in der Masse, geprägt von Mittelmäßigkeit und vorgetäuschter Sicherheit, erfordert einen Austritt des Einzelnen aus der Masse, der zunächst zu einem Individuum werden muss.



4 Einfluss auf andere Gebiete


Das Verständnis der eigenen Philosophie als Lebensform und die fokussierte Subjektivität drücken viele existenzorientierte Philosophen/-innen auch schriftstellerisch aus. Gleichzeitig greifen Psychologen/-innen, Künstler/-innen und Schriftsteller/-innen das existentielle Denken oder einzelne Motive auf. Die Popularität existenzorientierten Denkens zeigt sich über Psychologie, Literatur, Kunst und Film hinaus in Comics (Peanuts, Calvin & Hobbes), in Musik (franz. Chansons, klassische Musik, Folk bis Metal) oder politischen Bewegungen (wie sogenannten Befreiungsbewegungen wie bspw. die RAF).



4.1 Psychologie


Die existentialistische Strömung übte großen Einfluss auf die Psychologie aus, innerhalb derer sich in den 1950er Jahren eine existentielle Psychologie bildete. Auch heute arbeiten einige in der Psychotherapie tätigen Psychologen/-innen nach dem existentiellen Modell und helfen Patienten/-innen dabei, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Entsprechend der existentialistischen Philosophie besteht die Grundannahme in der These, dass der Mensch frei ist und die Wahl hat, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen oder sie zu verweigern. Der Mensch als Summe seiner Entscheidungen schafft die Bedeutung seines Lebens selbst. Die Suche nach einem Sinn, das Infragestellen der eigenen Existenz sowie Emotionen wie Angst und Hilflosigkeit sind Themen, die eine existentielle Psychologie behandelt. Durch existentielle Therapie sollen Selbsttäuschungen, die psychische Störungen auslösen können, überwunden und so eine Hilfestellung auf dem existentiellen Weg zu sich selbst gegeben werden.


Der Existentialismus beeinflusste die Rational Emotive Behavioral Therapy von Albert Ellis, die Gestalttherapie und die Humanistische Psychologie. Vertreter sind z.B.: Karl Jaspers, Ludwig Binswanger (existentielle Daseinsanalyse), Carl Rogers (Humanistische Psychologie), Rollo May und Viktor Frankl (Existentielle Psychotherapie), Carl Gustav Jung, Fritz Perls (Gestalttherapie) und Ronald D. Laing.



4.2 Literatur


Existentialistische Romane ermöglichen existenzorientierten Theorien den Zugang zu einer breiten Öffentlichkeit. Sie bemühen sich, den Begriff der Existenz beispielhaft zu fassen und die Leserschaft zu einer tieferen Auseinandersetzung mit ihrem eigenen Dasein zu bewegen.


Nietzsches Erzählung „Also sprach Zarathustra“ (1883) übte Einfluss auf diverse existenzorientierte Denker/-innen aus, die das Werk ihrer eigenen Philosophie entsprechend interpretieren. Kierkegaard sah sich selbst vor allem als Schriftsteller und einige seiner literarischen Werke wie z.B. „Entweder – Oder“ (1843) stellen eine Mischung aus Gedichten, Prosa, Reden und Erzählungen (wie „Das Tagebuch eines Verführers“) dar. Romanciers und Lyriker wie Rilke (1875-1926), Gide (1869-1951) oder Genet (1910-1986) bereiteten durch das Aufgreifen existentialistischer Motive den Boden für die sehr populären Romane und Theaterstücke von Sartre und Camus.


Camus versinnbildlichte die Theorie seiner zwei philosophischen Hauptwerke „Der Mythos des Sisyphos“ (1942) sowie „Der Mensch in der Revolte“ (1951) in verschiedenen Romanen. „Der Fremde“ (1942) oder „Die Pest“ (1947) veranschaulichen seine Themen Absurdität, Revolte und Solidarität. Besonders „Der Fremde“ sowie Sartres „Der Ekel“ (1939) illustrieren mittels der Hauptprotagonisten den Existenzbegriff und den Preis in der Einsicht in die Existenz, weswegen sie auch als Desillusionsromane gelten.


Weitere Autoren, die existentialistische Themen aufgreifen, sind: Franz Kafka, Gottfried Benn, Fjodor M. Dostojewski, Charles Bukowski, Boris Vian, Ernesto Sabato, Jack Kerouac, Eugène Ionesco, Samuel Beckett, Iris Murdoch, Chuck Palahniuk, Hermann Hesse, Joseph Conrad, Emil M. Cioran, Simone de Beauvoir.



4.3 Kunst


Viele Parallelen zum existenzorientierten Denken weist der Expressionismus (ab Beginn des 20. Jahrhunderts in Europa) auf, der sich ebenso durch die Themen Subjektivität, Angst und Emotionalität auszeichnet. Vertreter/-innen setzen sich zunächst besonders mit Nietzsche auseinander und benennen z.T. Sartre als ihr intellektuelles Vorbild, nachdem dieser weltweit bekannt geworden war. Giacometti (1901–1966), zunächst dem Surrealismus nahestehend, setzte bildhauerisch die existentielle Erfahrung des Individuums um und erlangte dadurch weltweite Aufmerksamkeit. „[Ü]berlange, ausgemergelte Gestalten, schreitend und oder bezugslos neben anderen stehend“ (Sartre, in: Seibert 2000, S. 53), aber auch Zeichnungen und Gemälde Giacomettis veranschaulichen die Absurdität menschlichen Daseins, Einsamkeit und Sinnlosigkeit.


Existentielle Grunderfahrungen will auch die seit den 1950er Jahren gelebte Performance-Kunst mithilfe lebendiger Bilder darstellen. Besonders radikale Vertreter sind die Wiener Aktionisten, die zu drastischen Mitteln (Blut, Orgien, Urin, Kot) greifen, um Besucher/-innen zu einer Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Existenz zu bewegen.



4.4 Film


Existentialistische Filme aus den späten 1940er bis in die 60er Jahre verbinden teilweise Expressionismus, Surrealismus und existentialistische Grundmotive (sogenannte Theaterfilme). In dieser Zeit erscheinen französische Verfilmungen der Dramen und Romane Sartres und Camus' sowie von deren Grundthemen beeinflusste Filme. Anzuführen sind z.B. die Regisseure Ingmar Bergman („Das siebente Siegel“, 1956, „Das Schweigen“, 1963), der sich besonders der Glaubensfrage widmet, René Clément („Schienenschlacht“, 1946, „Das Boot der Verdammten“, 1947) und Jean-Luc Godard („Die Geschichte der Nana S.“, 1962).


Inzwischen sind existentialistische Ideen auch in modernen Filmen des Mainstream-Kinos zu finden. Die Frage nach der Existenz beschäftigt z.B. Charlie Kaufmann („Being John Malkovich“, 1999, „Adaption“, 2002, „Anomalisa“, 2015), Woody Allen („Der Stadtneurotiker“, 1977, „Whatever Works“, 2009, „Irrational Man“, 2015) und Sofia Coppola („Lost in Translation“, 2003, „Somewhere“, 2010) in ihren Filmen. Coming-of-Age-Filme, welche die Identitätsfindung Jugendlicher und ihr Infragestellen gängiger Normen thematisieren, enthalten oft existentialistische Motive (z.B. „Citizen Ruth, 1998, „Shopgirl“, 2005, „Superbad“, 2007). Weitere moderne und bekannte Filme mit existentialistischen Themen:




  • Pleasantville, 1998

  • Fight Club, 1999

  • Memento, 2000

  • Waking Life, 2001

  • I Heart Huckabees, 2004

  • Schräger als Fiktion, 2006

  • Der Schaum der Tage, 2013

  • Den Menschen so fern, 2014


Mehr Informationen zu einzelnen Filmen sowie eine Auflistung weiterer finden sich im Literaturverzeichnis.



5 Kritik


Die Kritik am existenzorientierten Denken zielt vor allem auf den verabsolutierenden Existenzbegriff, den Theorien ohne nähere Bestimmung verwenden. Auch das Konzept einer der Essenz vorangestellten Existenz lehnen Kritiker mit ontologischer oder erkenntnistheoretischer Grundeinstellung ab. Einen weiteren Punkt stellt die Subjektivität dar, mittels derer Vertreter/-innen Aussagen über die Welt machen, obwohl dies Kritikern zufolge nicht ausreichen kann, um die Wirklichkeit zu erfassen. Fasst man die existentielle, subjektive Wahrheit als Ersatz der objektiven Wahrheit auf, lässt sich theoretisch alles, was wahr sein soll, jede Lüge, als wahr begreifen, was das „evidente Wesen der Urteilsfähigkeit [ge]leugnet“ (Seifert 2009, S. 338). Schließlich besteht eine enorme Schwierigkeit darin, existenzorientiertes Denken umzusetzen, da abgesehen von dem ungenauen Kriterium der Authentizität keine konkreten Handlungshinweise existieren.



6 Existentialismus heute


Obwohl Existentialismus als kulturelles Phänomen der Vergangenheit angehört, spielt das existenzorientierte Denken eine große Rolle in Kontinentaler wie auch Analytischer Philosophie. Die Kontinentalphilosophie umfasst verschiedenste Strömungen des europäischen Kontinents wie Existentialismus, Strukturalismus, Phänomenologie, Dekonstruktion, Hermeneutik, Feminismus etc.. Diesen ist vor allem ein holistischer Ansatz, die Verwendung von Literatur und offener Interpretation sowie die Abkehr von rein wissenschaftlichen, objektiven Ansätzen gemein. Der Einfluss existenzorientierten Denkens auf diese Strömungen zeigt sich bei diversen Vertreter/innen wie z.B. Michel Foucault (Poststrukturalismus), Judith Butler (Poststrukturalismus, Gender Studies) oder Jaques Derrida (Dekonstruktion).
Kontinentalphilosophische Themen wie das Menschsein, Kultur, Geschichte und anthropologische Fragen beschäftigen inzwischen jedoch auch die analytische Philosophie, sodass diese zwei großen Richtungen weniger klar voneinander abzugrenzen sind. Analytische Philosophie thematisiert klassischerweise Logik, Ontologie, Wissenschaft und Wissen und zeichnet sich durch logisches Argumentieren und systematisches Vorgehen aus. Sprachphilosophie, einzelne Aussagen und Begriffe sind jedoch nicht mehr alleiniger Hauptgegenstand. Existenzorientiertes Denken, einzelne Motive wie Entfremdung, Freiheit, Authentizität, Angst etc. finden sich sowohl bei kontinentalphilosophischen wie auch analytischen Denker/innen. Da gerade existentialistische Strömungen und Analytische Philosophie lange einander diametral entgegengesetzt waren, wird inzwischen auch von einem „analytischen Existentialismus“ gesprochen, der existentialistische Motive mittels analytischer Vorgehensweisen untersucht (vgl. z.B. Bertram Kienzle, 2007).


Die Bedeutung, Relevanz und den Einfluss existenzorientierter Konzepte auf aktuelle philosophische Entwicklungen thematisieren die diversen Artikel in den umfangreichen Werken „The Continuum Companion to Existentialism“ von Joseph, Reynolds und Woodward (2011) und „The Cambridge Companion to Existentialism“ von Steven Crowell (2012). Existenzorientiertes Denken und gesellschaftliche Entwicklungen und Phänomene unserer Zeit verbinden außerdem z.B. Skye Cleary („Existentialism and Romantic Love“, 2015), Paddy Scannell („Television and the Meaning of 'Live': An Enquiry into the Human Situation“, 2013), Kevin Aho („Existentialism: An Introduction“, 2014) oder Emmy van Deurzen („Paradox and Passion in Psychotherapy: An Existential Approach“, 2015).



7 Literatur


7.1 Verwendete Literatur


Aho, Kevin (2014): Existentialism: An Introduction. John Wiley & Sons.

Barrett, William (1958): Irrational Man: A Study in Existential Philosophy. New York: Anchor.

Cleary, Skye (2015): Existentialism and Romantic Love. Basingstoke: Palgrave Macmillan.

Kienzle, Berrtam (2007): Die Bestimmung des Janus. Ereignisontologische und ereignislogische Grundlagen des analytischen Existentialismus. Tübingen: Mohr Siebeck.

Bollnow, Otto Friedrich (1948): „Zur Diskussion über die Existenzphilosophie auf dem philosophischen Kongress in Garmisch-Partenkirchen“, in: Zeitschrift für philosophische Forschung II. Jahrg. 1948, Heft 4, S. 587-596.

Camus, Albert (2000): Der Mythos des Sisyphos [Le mythe de Sisyphe]. Hamburg: Rowohlt-Taschenbuch-Verlag.

Crowell, Steven (2012): The Cambridge Companion to Existentialism. Cambridge: Cambridge University Press.

Foucault, Michel (2016): Subjektivität und Wahrheit: Vorlesungen am Collège de France 1980-1981 [Subjectivité et vérité. Cours au Collège de France (1980-1981)]. Berlin: Suhrkamp.

Galle, Roland (2009): Der Existentialismus. Eine Einführung. Stuttgart: UTB.

Gloy, Karen (2006): Grundlagen der Gegenwartsphilosophie. Eine Einführung. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.

Heidegger, Martin (1977): Sein und Zeit. Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann Verlag.

Jaspers, Karl (1932): Philosophie Bd. II: Existenzerhellung. Berlin: Springer-Verlag.

Jaspers, Karl (1956): Philosophie Bd. I: Philosophische Weltorientierung. 3. Auflage. Berlin / Göttingen / Heidelberg: Springer-Verlag

Jaspers, Karl (1999): Die geistige Situation der Zeit. 5. Auflage. Berlin / New York: Walter de Gruyter.

Joseph, Felicity; Reynolds, Jack; Woodward, Ashley (2011): The Continuum Companion to Existentialism. London / New York: Bloomsbury Academic.

Kierkegaard, Sören (1983): Der Begriff Angst. [Begrebet Angest] Gütersloh: Gütersloher Verlag-Haus.

Ruffing (2014): Einführung in die Philosophie der Gegenwart. 2. Auflage. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.

Sartre, Jean-Paul (1996): Tagebücher: Les carnets de la drole de guerre: September 1939 – März
1940. Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt-Taschenbuch-Verlag.

Sartre, Jean-Paul (1993): Brüderlichkeit und Gewalt: ein Gespräch mit Benny Lévy. [L'espoir maintenant: les entretiens de 1980, présentés et suivis du Mot de la fin par Benny Lévy.] Berlin: Wagenbachs Taschenbücherei. Originaltitel:

Sartre, Jean-Paul (2005): Der Existentialismus ist ein Humanismus und andere philosophische Essays 1943-1948 [L'existentialisme est un humanisme]. 3. Auflage. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.

Scannell, Paddy (2013): Television and the Meaning of 'Live': An Enquiry into the Human Situation. John Wiley & Sons.

Seifert, Joseph (2009): De Veritate – Über die Wahrheit. Band 2: Der Streit um die Wahrheit. Wahrheit und Wahrheitstheorien. Frankfurt / Paris / Lancaster / New Brunswick: Ontos Verlag.

Thurnher, Rainer / Röd, Wolfgang / Schmidinger, Heinrich (2002): Die Philosophie des ausgehenden 19. und 20. Jahrhunderts 3. Lebensphilosophie und Existenzphilosophie. München: Beck.

Sehr ausführliche Darstellung existenzorientierter Philosophien.


Thurnher, Urs / Hügli, Anton [Hrsg.] (2007): Lexikon Existentialismus und Existenzphilosophie. Darmstadt: WBG.
Darstellung einzelner Begriffe unter Rückgriff auf verschiedene Philosophen.

Wuchterl, Kurt (2003): Existenzphilosophie. In: Wulff, Rehfus D.: Handwörterbuch der Philosophie

7.2 Weiterführende Literatur


Flynn, Thomas R. (2008): Existenzialismus. Eine kurze Einführung. Wien: Verlag Turia + Kant.

Konzentriert auf die berühmtesten Vertreter stellt Flynns Buch eine sehr gute und verständliche Einführung in das Thema dar, ein Glossar erklärt zudem kurz wichtige Begriffe der existenzorientierten Philosophie.


Hesse, Hermann (2012): Der Steppenwolf. 8. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Kafka, Franz (2013): Der Prozeß. 8. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Kafka (1883-1924) greift typisch existentialistische Motive wie Entfremdung, Angst, Absurdität, Bedeutungslosigkeit sowie die menschliche Existenz auf und wird daher auch als existentialistischer Vorläufer betitelt. Einige seiner Erzählungen werden in direkten Bezug zu verschiedenen existentialistischen Philosophen gestellt und interpretiert, bspw. „Die Strafkolonie“ zu Nietzsche, „Der Prozeß“ zu Camus.


Kunzmann, Peter. (1992): Dtv-Atlas zur Philosophie. dtv. 2. Auflage. München: Dt. Taschenbuch-Verlag. S. 201-209.

Pointierte Darstellung der Philosophien von Jaspers, Sartre, Camus, Marcel und Heidegger, hilfreich sind zusätzlich die verschiedenen Illustrationen.


Panza, Christopher / Gale, Gregory (2008): Existentialism for Dummies. Indianapolis: Wiley.

Trotz des reißerischen Titels liefert dieses Buch kurz und sehr einfach erklärt die wichtigsten Themen existenzorientierten Denkens und eignet sich besonders für Philosophieeinsteiger. Es beinhaltet außerdem ein Kapitel über Filme: „Ten Great Existential Movies“.


Schulz, Charles M. (2006): Die Peanuts - Werkausgabe, Band 1-22. Hamburg: Carlsen.

Die Comicserie verfolgt das Leben ein paar Vorstadtkinder, Hauptcharakter und Antiheld ist dabei Charlie Brown. Charlie Brown hat weder Selbstbewusstsein noch besondere Fähigkeiten, ist stets nervös, nachdenklich und leidet oft unter seiner Lebenssituation. Die Comicstrips enthalten existentialistische Grundthemen wie Angst, Einsamkeit, Verzweiflung, Entfremdung, Sinnsuche und Absurdität. Der Erfinder C. Schulz legt seinen Figuren außerdem (wörtliche oder leicht veränderte) Zitate von Sartre, Camus, Dostojewski, Kafka, Nietzsche uvm. in den Mund.


Seibert, Thomas (2000): Existenzialismus. Hamburg: Hamburger Rotbuch-Verlag.

Diese Einführung konzentriert sich besonders auf die Entstehung und den politisch-gesellschaftlichen Kontext des Existentialismus und dessen Einfluss auf andere Gebiete.


Teller, Janne (2010): Nichts. Was im Leben wichtig ist. München: Hanser.

Ein Jugendroman mit existentialistischen und nihilistischen Thesen. Der Junge Pierre Anthon stellt fest, das nichts von Bedeutung ist – seine Klassenkameraden versuchen daraufhin auf immer drastischere Weise, ihn vom Gegenteil zu überzeugen.


van Deurzen, Emmy (2015): Paradox and Passion in Psychotherapy: An Existential Approach. John Wiley & Sons.

7.3 Filme


Allen, Woody (1977): „Annie Hall („Der Stadtneurotiker“), 93 Min., USA.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0075686/?ref_=fn_al_tt_1 7
[29.09.2016]

Allen, Woody (2009): „Whatever Works“ („Liebe sich wer kann“), 93 Min., USA, Frankreich.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt1178663/?ref_=nv_sr_1 8
[29.09.2016]

Allen, Woody (2015): Irrational Man, 95 Min., USA.

Der desillusionierte Philosophieprofessor Abe fristet ein desktruktives, freudloses Dasein und flüchtet sich in Affären und Drogen. Als er zufällig von einem korrupten Richter hört, sieht er die Chance gekommen, seine existentialistischen Theorien in die Tat umzusetzen.


Wie auch in Filmen wie „Crimes and Misdemeanors“ („Verbrechen und andere Kleinigkeiten“), 1989 und „Matchpoint“, 2005, erörtert Allen in „Irrational Man“, wie weit man für das eigene Glück gehen darf und was einen Mord rechtfertigt. Der Film ist voller existentialistischer Bezüge, besonders im Fokus stehen die Motive Verantwortung und Schuld. Die Geschichte um einen moralisch gerechtfertigten Mord erinnert an Dostojewskis „Schuld und Sühne“. Der Filmtitel „Irrational Man“ könnte außerdem ein Verweis auf das gleichnamige Werk des Philosophen William Barrett sein, das 1958 erschien und den bis dahin vor allem europäischen Existentialismus im englischsprachigen Raum populär machte.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt3715320/?ref_=fn_al_tt_1 9
[27.09.2016]


Bergman, Ingmar (1956): „Det sjunde inseglet“ („Das siebente Siegel“), 96 Min., Schweden.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0050976/?ref_=fn_al_tt_1 10
[27.09.2016]

Bergman, Ingmar (1963): „Tystnaden“ („Das Schweigen“), 96 Min., Schweden.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0057611/?ref_=fn_al_tt_2 11
[27.09.2016]

Clément, René (1946): „La bataille du rail“ („Schienenschlacht“), 85 Min., Frankreich.
Eintrag in der IMDb:http://www.imdb.com/title/tt0038334/?ref_=fn_al_tt_1 12
[27.09.2016]

Clément, René (1947): „Les maudits“ („Das Boot der Verdammten“), 105 Min., Frankreich.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0039615/?ref_=fn_al_tt_1 13
[27.09.2016]

Sofia Coppola (2003): „Lost in Translation“ („Lost in Translation - Zwischen den Welten“), 101 Min., USA, Japan.

In Japan begegnen sich zufällig zwei sehr unterschiedliche Menschen aus Amerika und entwickeln eine intensive Freundschaft, indem sie gemeinsam Tokio erkunden. Bob Harris, ein alternder Schauspieler, dreht in der Stadt einen Whiskey-Werbespot und Charlotte, frischverheiratete Philosophie-Absolventin, wartet Tag für Tag auf ihren arbeitenden Mann. Der Film veranschaulicht die Geworfenheit ins Sein (Heidegger), Verlorenheit, Entfremdung und Absurdität (Camus) und ist zudem Thema diverser philosophischer Essays.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0335266/?ref_=fn_al_tt_1 14
[27.09.2016]


Sofia Coppola (2010): „Somewhere“ („Somewhere – Verloren in Hollywood“), 97 Min., USA, GB, Italien, Japan.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt1421051/?ref_=fn_al_tt_1 15
[27.09.2016]

Fincher, David (1999): Fight Club, 139 Min., USA, Deutschland.

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Chuck Palahniuk (1996). Ein namenloser Angestellter, der weder Schlafen noch sein Dasein in der Konsumgesellschaft genießen kann, trifft auf den rebellischen Tyler Durden. Der Protagonist beginnt sein neues, authentisches Leben im von beiden gegründeten Fight Club und prügelt sich hier mit anderen Männern zum Spaß. Existentialistische Motive wie Authentizität, Angst, Verzweiflung, Verantwortung und selbst gewählte Freiheit veranschaulicht der Film eindringlich. Angst zwingt den Hauptprotagonisten aus seinem selbstverständlichen Alltag heraus in die Freiheit und schließlich auch in die aus dieser resultierenden Verantwortung. Hier klingt speziell Sartres Philosophie durch. Sartre befürwortete außerdem körperliche und politisch motivierte Gewalt (vgl. Sartre, 1993).
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0137523/?ref_=nv_sr_1 16
[27.09.2016]


Forster, Marc (2006): „Stranger Than Fiction“ („Schräger als Fiktion“), 113 Min., USA.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0420223/?ref_=nv_sr_1 17
[27.09.2016]

Godard, Jean-Luc (1962): „Vivre sa vie: Film en douze tableaux“ („Die Geschichte der Nana S.“), 79 Min., Frankreich.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0056663/?ref_=fn_tt_tt_56 18
[27.09.2016]

Gondry, Michael (2013): „L'écume des jours“ („Der Schaum der Tage“), 98 Min., Frankreich, Belgien.

Der Film „Der Schaum der Tage“ basiert auf Boris Vians gleichnamigen Roman von 1946. Colin kann seine Frau Chloe nur vor dem Tod retten, indem er sie mit Blumen umgibt.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt2027140/?ref_=fn_al_tt_1 19
[27.09.2016]


Jonze, Spike / Kaufmann, Charlie (1999): „Being John Malkovich“, 112 Min., USA.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0120601/?ref_=fn_al_tt_1 20
[29.09.2016]

Jonze, Spike / Kaufman, Charlie (2002): „Adaption“ („Der Orchideen-Dieb“), 114 Min., USA.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0268126/?ref_=nm_knf_i4 21
[27.09.2016]

Kaufman, Charlie (2015): „Anomalisa“, 90 Min., USA.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt2401878/?ref_=fn_al_tt_1 22
[27.09.2016]

Linklater, Richard (2001): „Waking Life“, 100 Min., USA.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0243017/?ref_=nv_sr_1 23
[27.09.2016]

Mottola, Greg / Rogen, Seth (2007): „Superbad“, 113 Min., USA.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0829482/?ref_=nv_sr_1 24
[27.09.2016]

Nolan, Christopher (2000): „Memento“, 113 Min., USA.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0209144/?ref_=fn_al_tt_1 25
[27.09.2016]

Oelhoffen, David (2014): „Loin des hommes“ („Den Menschen so fern“), 110 Min., Frankreich.

Verfilmung von Camus' Kurzgeschichte „Der Gast“ aus dem Jahr 1957. Ein Lehrer wird damit beauftragt, einen gefangenen Araber in ein anderes Dorf zu überführen und gerät so zwischen die Fronten des Algerienkrieges. Er räumt dem Araber die Wahl zwischen Gefängnis und Freiheit ein – dieser wählt jedoch das Gefängnis. Der Film sowie die Kurzgeschichte veranschaulichen Camus' Philosophie des Absurden.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt2936180/?ref_=fn_al_tt_1 26
[27.09.2016]


Payne, Alexander (1996): „Citizen Ruth“ („Baby Business“), 106 Min., USA.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0115906/?ref_=nv_sr_1 27
[27.09.2016]

Ross, Gary (1998): „Pleasantville“, 124 Min., USA.

Der Film „Pleasantville“ veranschaulicht die existentielle Auffassung von Freiheit. Zwei Teenager der 90er Jahre landen plötzlich in einer Fernsehserie aus den 50ern, die eine traditionelle Familienidylle zeigt. Im fiktiven Dörfchen Pleasantville richten sich die Bewohner/innen gänzlich nach den strengen Normen ihrer Gemeinschaft, symbolisiert durch ihr Dasein in schwarz-weiß. Der Einfluss der beiden Teenager lässt sie erstmals die gängige Moral in Fragestellen, individuelle Entscheidungen treffen und – färbt sie bunt.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0120789/?ref_=fn_al_tt_1 28
[27.09.2016]


Russel, David O. (2004): „I Heart Huckabees“, 107 Min., USA, GB, D.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0356721/?ref_=fn_al_tt_1 29
[27.09.2016]

Tucker, Anand (2005): „Shopgirl“, 106 Min., USA.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0338427/?ref_=nv_sr_1 30
[27.09.2016]

Weir, Peter (1998): „The Truman Show“, 103 Min., USA.
Eintrag in der IMDb:
http://www.imdb.com/title/tt0120382/?ref_=nv_sr_1 31
[27.09.2016]

7.4 Links zum Thema


Was ist Existentialismus? Philosophisches Kopfkino. (3Sat)
https://www.youtube.com/watch?v=9s5LPEvjW20 32

Zitiervorschlag: (7. Mai 2017) „Existentialismus“, http://philopedia.net/2017/05/07/existentialismus/ 33. [abgerufen am: 22. Mai 2018]


Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz 34.
Links:
  1. http://philopedia.net/2017/05/07/existentialismus/ #32_Existenz_vor_Essenz_8211_Der_Begriff_der_Exist enz
  2. http://philopedia.net/2017/05/07/existentialismus/ #31_Philosophie_als_Lebensform
  3. http://philopedia.net/2017/05/07/existentialismus/ #35_Authentizitaet
  4. http://philopedia.net/2017/05/07/existentialismus/ #32_Existenz_vor_Essenz_8211_Der_Begriff_der_Exist enz
  5. http://philopedia.net/2017/05/07/existentialismus/ #6_Existentialismus_heute
  6. http://philopedia.net/2017/05/07/existentialismus/ #32_Existenz_vor_Essenz_8211_Der_Begriff_der_Exist enz
  7. http://www.imdb.com/title/tt0075686/?ref_=fn_al_tt _1
  8. http://www.imdb.com/title/tt1178663/?ref_=nv_sr_1
  9. http://www.imdb.com/title/tt3715320/?ref_=fn_al_tt _1
  10. http://www.imdb.com/title/tt0050976/?ref_=fn_al_tt _1
  11. http://www.imdb.com/title/tt0057611/?ref_=fn_al_tt _2
  12. http://www.imdb.com/title/tt0038334/?ref_=fn_al_tt _1
  13. http://www.imdb.com/title/tt0039615/?ref_=fn_al_tt _1
  14. http://www.imdb.com/title/tt0335266/?ref_=fn_al_tt _1
  15. http://www.imdb.com/title/tt1421051/?ref_=fn_al_tt _1
  16. http://www.imdb.com/title/tt0137523/?ref_=nv_sr_1
  17. http://www.imdb.com/title/tt0420223/?ref_=nv_sr_1
  18. http://www.imdb.com/title/tt0056663/?ref_=fn_tt_tt _56
  19. http://www.imdb.com/title/tt2027140/?ref_=fn_al_tt _1
  20. http://www.imdb.com/title/tt0120601/?ref_=fn_al_tt _1
  21. http://www.imdb.com/title/tt0268126/?ref_=nm_knf_i 4
  22. http://www.imdb.com/title/tt2401878/?ref_=fn_al_tt _1
  23. http://www.imdb.com/title/tt0243017/?ref_=nv_sr_1
  24. http://www.imdb.com/title/tt0829482/?ref_=nv_sr_1
  25. http://www.imdb.com/title/tt0209144/?ref_=fn_al_tt _1
  26. http://www.imdb.com/title/tt2936180/?ref_=fn_al_tt _1
  27. http://www.imdb.com/title/tt0115906/?ref_=nv_sr_1
  28. http://www.imdb.com/title/tt0120789/?ref_=fn_al_tt _1
  29. http://www.imdb.com/title/tt0356721/?ref_=fn_al_tt _1
  30. http://www.imdb.com/title/tt0338427/?ref_=nv_sr_1
  31. http://www.imdb.com/title/tt0120382/?ref_=nv_sr_1
  32. https://www.youtube.com/watch?v=9s5LPEvjW20
  33. http://philopedia.net/2017/05/07/existentialismus/
  34. http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/
Post date: 2017-05-07 15:03:02
Post date GMT: 2017-05-07 13:03:02

Post modified date: 2017-12-16 19:35:14
Post modified date GMT: 2017-12-16 18:35:14

Export date: Mon May 21 23:59:25 2018 / +0000 GMT
This page was exported from Philopedia [ http://philopedia.net ]
Export of Post and Page has been powered by [ Universal Post Manager ] plugin from www.ProfProjects.com